DER STOFF, AUS DEM DIE ZUKUNFT IST

Wenn Modemacher zur Mode der Zukunft befragt werden, gibt es eine ganze Palette von unterschiedlichen Ideen und Ansätzen. Der High-Tech Sektor kann den Designern dabei helfen, Mode nachhaltiger herzustellen. Einer der Trends ist es, Stoff aus Nahrungsmitteln wie Kaffee, Milch oder Tee herzustellen. Die Marke „Virus“ stellt zum Beispiel  hochwertige wärmeisolierende Sportkleidung aus recycelten Kaffeebohnen her.

Anke Domaske vom deutschen Unternehmen „QMilch“, stellt eine Milchfaser aus rein natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen her. Die Faser soll nicht nur in Bekleidung, sondern auch in diversen anderen Textilien verarbeitet werden können und weißt zusätzlich noch eine antibakterielle Wirksamkeit und einen natürlichen UV-Schutz auf.

Das Unternehmen „Biocouture” möchte „Kleidung züchten“, mithilfe von im Labor hergestellter Bakterien-Cellulose.  In diesem TED-Talk von Suzanne Lee zeigt die Biocouture-Designerin, dass es möglich ist, aus einem Kombucha-basierten Material vegetarisches Leder oder Stoff herzustellen. Die Ergebnisse sind erstaunlich.

Das britische Startup „CuteCircuit“ geht einen völlig anderen Weg. Bei der „Pink & Black Collection“ kombinierte Designerin Francesca Rosella hochwertigste Materialien mit hunderten kunstvoll angenähten Swarovski Kristallen. Auf dem Kleid sind Lichter angebracht, die verschiedene Animationen und Farben darstellen können.

Die Animationen und die Farben der Lichter auf dem Kleid können mit den Hashtags #makeitblack oder #makeitpink über die iPhone App „Q by CuteCircuit“ verändert werden.

CuteCircuit ist nur eines der Unternehmen, die im Bereich der sogenannten „smarten Textilien“ arbeiten und Mode mit neuen Technologien verbinden und somit dem Träger einen Zusatznutzen schaffen. Smarte Textilien sind unter anderem in der Lage zu kommunizieren, sich zu transformieren, Energie zu leiten oder sogar zu wachsen.

Die Modedesignerin Ying Gao hat zwei Kleider aus einem lumineszierenden Material und einer Eyetracking-Technologie kreiert. Das Kleid reagiert durch die Technologie auf die Blicke des Zuschauers und durch winzig kleine Motoren bewegen sich dann Teile des Kleids in verschiedenen Mustern. Im Dunkeln leuchtet das Kleid durch das lumineszierende Material. Die Kleider wurden bereits im Shanghai Museum of Contemporary Art und im Textile Museum of Canada ausgestellt.

Egal, welches Design oder Materialien die Mode in der Zukunft auch haben wird – die Produktion der Mode sollte immer durch eine nachhaltige, umweltschonende Herstellung erfolgen. Der nachhaltigen Produktion hat sich die „Future Fabrics Expo“ von „The Sustainable Angle“ verschrieben. Die Initiative versucht den Umwelteinfluss durch die Mode und die Textil-Lieferkette zu verringern und präsentiert eine Auswahl an nachhaltigen Materialien und Informationen bezüglich der Probleme bei der nachhaltigen Produktion der Kleidung. Die Kriterien umfassen unter anderem die Reduktion von Wasser und Abfälle entlang der Textil-Lieferkette, die Filterung und Entsorgung von Abwässern der Produktion, die Verringerung des Kohlendioxids und die Verwendung von erneuerbaren Energien. Außerdem sollen in einem nachhaltigen Kleidungsstück keine Petrochemikalien verwendet werden und auf seltene Materialien, die aus einer nicht nachhaltigen Produktion stammen verzichtet werden.