Ein großer Schritt für Charities, aber noch ein viel größerer für die Menschheit!

Wenn du dich hier und jetzt für die Lösung nur eines der großen Weltprobleme entscheiden müsstest, wie und warum würde deine Entscheidung so ausfallen? Würdest du gegen die immer verheerendere Umweltverschmutzung ankämpfen wollen, dich für die Forschung und Versorgung durch erneuerbare Energien einsetzen, die Krankheiten der Welt heilen und ärztliche Behandlung sowie Medikamente jedermann zugänglich machen oder die Armut dieser Welt beseitigen?

Schon bei dieser Entscheidung tut man sich schwer. Jedoch stellt sich die viel wichtigere Frage, wie man auch nur eines dieser Probleme auf Dauer in den Griff bekommt. Vorallem wenn man auf sich alleine gestellt ist, sich urplötzlich für einen Bereich entscheiden muss und somit den Druck empfindet einen Lösungsansatz präsentieren zu müssen!

Wie viele von uns würden in so einem Moment an einen langfristigen und nachhaltigen Lösungsansatz denken? Wie viele von uns würden sich in Kleinigkeit verstricken, weil alleine schon der Gedanke im Hinterkopf schwirrt, sowieso nicht die richtigen Mittel zu haben und schon gar nicht in der benötigten Menge. Man kommt sich verloren vor, die typische Verantwortungsübertragung oder hier eher passend die Abschiebung von Eigenverantwortung auf andere folgt unausweichlich. Weitere GrünIde die in diesem Zusammenhang oft genannt werden, sind das fehlende Know-How und die fehlende Erfahrung um in den oben genannten Bereichen einen Meilenstein setzen zu können.

Einen wirklichen Meilenstein zu setzen, der auf einem langfristigen und vor allem nachhaltigen Lösungsansatz beruht, ist selbst für erfahrene und große Hilfsorganisationen nur sehr schwer erreichbar. Diese haben zwar oft die Mittel, doch orientieren sie sich bei Projekten eher an kurz- bis mittelfristige Herangehensweisen im Sinne der „Soforthilfe-Idee“. Mangelnde Innovationskraft, kurzfristige Problemorientierung und das nur schwammig eingehaltene Kredo „Hilfe zur Selbsthilfe“ machen selbst die größten Bestrebungen und Projekte nachhaltig so gut wie nutzlos.

Um die großen Weltprobleme erfolgreich, langfristig und nachhaltig angehen zu können, müssen Charity-Organisationen von ihrer derzeitigen Herangehensweise und Philosophie auf eine neue Ebene wechseln, nämlich die des „Think Big“ Ansatzes. Dazu benötigen Charities zusätzlich folgende Strukturen:

  • Crowdfunding als Finanzierungsmittel
  • Schaffen eines offenen und jedem zugänglichen Innovationswettbewerbs mit den richtigen Anreizen und Ausschreibungen (Innovation Crowdsourcing)
  • Ausgeprägtes Zukunftsdenken mit langfristigen Planungshorizont
  • Umsetzen eines „Open-Source“ Ansatzes um Lösungen global zur Verfügung stellen zu können
  • Ausschöpfen menschlicher Potentiale, wie u.a. Know-How, Erfahrungen, Inspiration und Innovationskraft durch eine stark vernetzte Gemeinschaft. Dies hilft gescheiterte Projekte/Vorhaben oder Herausforderungen, die als unmöglich eingestuft werden, erneut durchdenken zu können (Human Potential Crowdsourcing).

Als Beispiel für eine erfolgreiche Implementierung des „Think Big“ Ansatzes könnte die Organisation XPRIZE dienen. Durch hoch dotierte Preisausschreibungen (sog. „Prizes“), die von großen Unternehmen (z.B. Google, Nokia, Delloite) und staatlichen Einrichtungen wie beispielsweise der NASA und UN gestützt werden, schafft XPRIZE einen offenen Wettbewerb für Personen, Unternehmen und Organisationen aus allen Bereichen. Ziel ist es die Ideen, Lösungsansätze und Innovationen aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Wettbewerbern zu sammeln und anhand bestimmter Kriterien zu bewerten. Durch die Schaffung eines solchen Wettbewerbs wird sichergestellt, dass am Ende des Bewertungszeitraumes die beste und nachhaltigste Lösung gewinnt.

Teilnehmer inspirieren und puschen sich untereinander und haben, aufgrund des hoch dotierten Preises (i.d.R. mehrere Millionen Euro), neben ihrer philanthropischen und wissenschaftlichen Motivation auch noch einen monetären Anreiz. Dies wiederum führt dazu, dass selbst für augenscheinlich unlösbare Problemstellungen an einer Lösung getüftelt wird.

Angeregte Diskussionen, detaillierte Problemfokussierung, Nachvollziehbarkeit, vollkommende Transparenz und der Crowdsourcing Ansatz erschaffen eine einmalige Gemeinschaft die jeder beitreten kann. Als einzelner hat man also die Wahl entweder am Innovationswettbewerb direkt oder durch Spenden indirekt teilzunehmen. Die Summen aus dem Crowdfunding fließen hierbei nicht in das Preisgeld ein, sondern werden zu 100% für die Umsetzung bzw. das Testen der Lösungsansätze verwendet.

Den TED-Talk von XPRIZE-Gründer Peter Diamandis gibt es hier:

Es lässt sich abschließend folgende Gleichung aufstellen:

Think Big = Hoffnung +  Vision + Demonstration der Erreichung eines Meilensteins oder Durchbruchs

ANTWORT AUF DIE ANFANGS GESTELLTE FRAGESTELLUNG:

Laut einer Umfrage von XPRIZE verteilt sich die Entscheidung zu der am Anfang gestellten Frage übrigens wie folgt:  40% würden sich für die Forschung und Versorgung durch erneuerbare Energien einsetzen, dicht gefolgt von Philanthropen, die etwas gegen die steigende Armut unternehmen wollen (28%). Knapp 20% hingegen würden gerne das Gesundheitssystem ändern und die Krankheiten dieser Welt bekämpfen. Das Schlusslicht bildet der Kampf gegen die zunehmende Umweltverschmutzung mit gerade einmal 12%.( http://www.xprize.org/)

MEHR INFORMATIONEN ZUM THEMA “THINK BIG”:

Wenn ihr noch mehr über das Thema “Think Big” wissen wollt, dann können wir euch folgenden Podcast empfehlen:

Tim Ferriss (Bestsellerautor und Angel-Investor), Tony Robbins (Bestsellerautor und NLP-Trainer) und Peter Diamandis (Gründer und CEO von XPRIZE)  – The Magic of Thinking Big